Die Jeti DS-24 V2 ist kein Sender für halbherzige Kompromisse, sondern für Piloten, die ihre RC-Anlage bewusst aufbauen, fein abstimmen und langfristig nutzen wollen. In diesem Beitrag zeige ich, was die zweite Generation im Alltag wirklich besser macht, wie sie sich von der ersten DS-24 absetzt und worauf es beim Einsatz in Flugmodellen, großen Schiffen und komplexen Sondermodellen ankommt.
Die DS-24 II auf einen Blick
- 24 Kanäle und bis zu 24 logische Fernbefehle machen den Sender klar zur High-End-Lösung.
- 4096 Knüppel-Schritte, Hall-Sensoren und Vibration sprechen für präzise Steuerung und ein direktes Gefühl an den Knüppeln.
- Bluetooth, USB-C, Wi-Fi und die App JETI studio M modernisieren den Workflow deutlich.
- Das 900-MHz-NG-Backup ist ein echtes Sicherheitsmerkmal, kein bloßes Komfort-Feature.
- Mit 1300 g, 6200 mAh Akku und 4-Zoll-Display bleibt der Sender groß, aber alltagstauglicher als die erste Generation.
- Wer nur ein einfaches Modell steuert, nutzt das Potenzial kaum aus. Die DS-24 II lohnt sich vor allem bei komplexen Setups.

Was die zweite Generation im Alltag besser macht
Laut JETI model bringt die DS-24 II nicht einfach nur ein neues Gehäuse, sondern eine spürbar modernisierte Bedienplattform. Für mich sind vor allem drei Dinge relevant: der leichtere Rahmen, die neu gestaltete Knüppelmechanik mit Frontverstellung und das größere, heller ausgelegte 4-Zoll-Display. Genau diese Punkte merkt man nicht erst im Datenblatt, sondern schon nach den ersten längeren Flügen oder einem Nachmittag am Werktisch.| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kanäle | 24 |
| Bedieneingänge | 22, erweiterbar bis 24 |
| Knüppelauflösung | 4096 Schritte |
| Display | 4 Zoll, hintergrundbeleuchtet |
| Speicher | 8 GB SD-Karte |
| Akku | 6200 mAh |
| Gewicht | 1300 g |
| Backup-System | 900 MHz NG |
Die Zahlen sind nicht nur Dekoration. 24 Kanäle und 30 freie Mischer bedeuten, dass auch große Segler, Jets, Scale-Modelle oder funktionsreiche Schiffe nicht gleich an die Grenze laufen. Die Hall-Sensoren und die Vibrationsrückmeldung geben der Steuerung dabei eine saubere, reproduzierbare Haptik. Das ist keine Show, sondern ein spürbarer Vorteil, wenn man feinfühlig fliegen oder bei einem Großmodell mehrere Zustände sicher abrufen will.
Besonders angenehm finde ich die modernisierte Konnektivität. Bluetooth für Smartphones, Bluetooth für Kopfhörer, USB-C und die vorbereitete Wi-Fi-Funktion nehmen dem Sender ein Stück von seiner „Labor“-Anmutung. Er bleibt ein Profiwerkzeug, wirkt aber deutlich zeitgemäßer als viele klassische Großsender. Genau an dieser Stelle wird der Unterschied zur ersten DS-24 klarer.
Der nächste Punkt ist deshalb nicht nur ein technischer Vergleich, sondern die Frage, was diese Änderungen praktisch bedeuten.
Was sich gegenüber der ersten DS-24 verändert hat
Die ursprüngliche DS-24 war schon ein starker Sender: Metallgehäuse, Hall-Sensor-Knüppel, Telemetrie, Sprachansagen und die typische JETI-Programmierung waren längst auf hohem Niveau. Die zweite Generation setzt nicht bei der Grundidee an, sondern dort, wo man im Alltag wirklich profitiert: Ergonomie, Anzeige, Austauschbarkeit und moderne Schnittstellen.
| Bereich | DS-24 | DS-24 II | Praktischer Effekt |
|---|---|---|---|
| Gehäuse und Gefühl | robuster Großsender mit bewährter Form | neu gestalteter, leichterer Rahmen | angenehmer bei langen Sessions und im Tray |
| Anzeige | sonnenlesbares Farbdisplay | größeres 4-Zoll-Display mit höherer Auflösung | bessere Ablesbarkeit und klarere Menüführung |
| Bedienung | klassische DS-Ergonomie | neue Knüppel mit Frontverstellung | schnelleres und präziseres Anpassen an die Hand |
| Konnektivität | Telemetrie und Sprachfunktionen | zusätzlich Bluetooth, Wi-Fi und USB-C | moderner Workflow beim Auslesen und Aktualisieren |
| Sicherheit | starke Duplex-2,4-GHz-Basis | 2,4 GHz plus 900 MHz NG Backup | mehr Redundanz für hochwertige Anlagen |
| Schalter und Potis | modular, aber traditioneller | einfacherer Tausch und bessere Frontlösungen | mehr Freiheit beim Aufbau eines persönlichen Layouts |
Mein ehrlicher Eindruck: Wer bereits eine sauber konfigurierte DS-24 besitzt und mit Bluetooth, Wi-Fi oder USB-C nichts anfangen kann, muss nicht reflexartig wechseln. Wer aber den Sender täglich nutzt, viel Telemetrie auswertet oder die Anlage konsequent auf moderne Bedienung trimmen will, bekommt bei der DS-24 II mehr als nur kosmetische Änderungen. Die zweite Generation ist ein echtes Upgrade in der Nutzbarkeit, nicht bloß ein neues Etikett.
Damit stellt sich die wichtigere Frage: Für wen lohnt sich diese Ausstattung überhaupt, und wann ist sie schlicht zu viel des Guten?
Für wen sich der Sender wirklich lohnt
Ich würde die DS-24 II vor allem dort einsetzen, wo viele Funktionen, viele Flugphasen und viele Sicherheitsreserven zusammenkommen. Das betrifft im RC-Modellbau meist nicht den einfachen Feierabendflieger, sondern eher Segler, Großmodelle, Jets, komplexe Kunstflugmaschinen und funktionsreiche Schiffe. Die Bedienoberfläche, die Zahl der Mischer und die Telemetrieoptionen entfalten ihren Wert erst dann richtig, wenn man sie regelmäßig nutzt.
- Große Segler und Elektrosegler profitieren von Flugphasen, Variometern, Telemetrie und fein abgestuften Mischern.
- Jets und große Motorflieger brauchen oft viele Schalter, klare Sprachansagen und eine sauber organisierte Startlogik.
- Scale-Modelle nutzen die vielen Kanäle für Fahrwerk, Klappen, Beleuchtung, Bremssysteme und Sonderfunktionen.
- Schiffsmodelle mit Winden, Pumpen, Licht, Sound und Spezialfunktionen gewinnen ebenfalls von der hohen Kanalzahl.
- Einfache Sportmodelle benötigen diese Klasse meist nicht. Hier wäre ein kleinerer Sender wirtschaftlicher.
Wichtig ist die Grenze nach unten: Wenn ein Modell mit sechs oder acht Kanälen zuverlässig läuft und kaum Telemetrie braucht, dann ist eine DS-24 II technisch zwar faszinierend, praktisch aber oft überdimensioniert. Ich würde in so einem Fall eher einen kleineren Sender wählen und das Geld in Servos, Stromversorgung oder Sensorik stecken. Die DS-24 II rechnet sich erst, wenn die Bedienung selbst Teil des Problems ist.
Genau an dieser Stelle hilft ein sauberer Telemetrie-Workflow, weil er aus vielen Einzelwerten verwertbare Entscheidungen macht.
So nutze ich Telemetrie und JETI Studio M sinnvoll
Das offizielle Support-Portal beschreibt JETI Studio Mobile als App zur Anzeige von Telemetriedaten in Echtzeit oder offline aus Logs. Genau darin liegt der eigentliche Mehrwert: Nicht nur fliegen, sondern anschließend auch sehen, was das Modell wirklich gemacht hat. Gerade bei teuren Antrieben, kräftigen Servos oder komplexen Strompfaden ist das deutlich wertvoller als bloßes Bauchgefühl.
- Nur die relevanten Werte aktivieren - Akku, Empfangsspannung, Temperatur, Strom und ein bis zwei modellkritische Sonderwerte reichen oft völlig.
- Grenzen bewusst setzen - Alarme sollten früh warnen, aber nicht bei jedem kleinen Ausschlag nerven.
- Sprach- und Vibrationsalarme kombinieren - Das ist nützlich, wenn man im Flug nicht auf das Display schauen will.
- Logs nach dem Flug auswerten - So erkennt man Lastspitzen, Spannungsabfälle oder Temperatursprünge.
Ich halte die Smartphone-Anbindung für mehr als einen Komfort-Trick. Auf dem Flugplatz kann man Werte schneller nachsehen, auf Reisen bleiben Logs leichter zugänglich, und bei der Modellpflege entsteht ein besseres Gefühl dafür, ob ein Setup wirklich stabil läuft. Das gilt vor allem dann, wenn mehrere Modelle mit unterschiedlichen Einstellungen auf demselben Sender liegen.
Ein Punkt ist mir dabei wichtig: Telemetrie ist kein Ersatz für saubere Stromversorgung, gute Antennenverlegung und vernünftige Einbaupraxis. Sie zeigt Probleme oft früh, löst sie aber nicht von allein. Genau deshalb sollte man den Sender nicht isoliert betrachten, sondern als Teil eines sauberen Gesamtsystems.
Worauf ich beim Kauf und beim Einrichten achten würde
Beim Kauf ist die erste Entscheidung banal, aber wichtig: Es muss wirklich die DS-24 II sein, wenn man Bluetooth, USB-C, das neue Display und die aktuelle Bedienlogik möchte. Die erste DS-24 ist immer noch ein leistungsfähiger Sender, aber die II-Generation ist technisch und ergonomisch die modernere Plattform.
- Tray oder Daumenhaltung klären - Die DS-Baureihe ist auf Daumensteuerung ausgelegt, lässt sich mit passendem Zubehör aber auch sehr kontrolliert im Tray fliegen.
- Schalterlayout nicht dem Zufall überlassen - Die austauschbaren Schalter und Potis sind ein Vorteil, wenn man sie wirklich an das Modell anpasst.
- Firmware aktuell halten - JETI hat das Wi-Fi-Modul per Update für künftige drahtlose Aktualisierungen vorbereitet.
- Kompatibles Zubehör prüfen - Verlängerte Hebel, Tray-Halter und Ersatzschalter machen im Alltag mehr Unterschied, als viele anfangs denken.
- Alarm- und Mischerlogik dokumentieren - Gerade bei mehreren Modellen spart eine saubere Notiz später viel Zeit.
Die größten Fehler sehe ich meist nicht in der Technik, sondern in der Erwartungshaltung. Manche kaufen den Sender und nutzen danach nur einen Bruchteil der Möglichkeiten. Andere überfrachten ihn sofort mit Schaltern, Alarmsätzen und Mischerexperimenten. Beides ist unklug. Der Sender ist stark, wenn man ihn bewusst auf sein Modell und den eigenen Flugstil zuschneidet.
Damit bleibt die eigentliche Kernfrage: Hat die DS-24 II 2026 noch genug Relevanz, um ihren Platz im oberen Segment zu rechtfertigen?
Warum die DS-24 II 2026 noch ein Referenzsender bleibt
Im Jahr 2026 ist die DS-24 II nicht die günstigste und nicht die einfachste Lösung, aber sie bleibt eine der konsequentesten Plattformen für anspruchsvolle RC-Anlagen. Das liegt nicht nur an den technischen Eckdaten, sondern an der Art, wie JETI die Anlage denkt: modular, erweiterbar und auf lange Nutzung ausgelegt. Die Kombination aus Hall-Sensoren, 24 Kanälen, Backup-Funk, Telemetrie und austauschbaren Bedienelementen ergibt ein stimmiges Gesamtbild.
Ich sehe ihren größten Vorteil in der Langfristigkeit. Wer heute einen hochwertigen Sender kauft, will ihn nicht nach zwei Saisons ersetzen. Genau hier punktet die DS-24 II: Das System ist nicht statisch, sondern wird gepflegt, Zubehör bleibt relevant, und die Plattform passt zu Modellen, die sich im Lauf der Zeit weiterentwickeln. Laut JETI model unterstützt die aktuelle Softwaregeneration die DS-24 II weiterhin aktiv, und das merkt man an der Reife des Ökosystems.
- Für komplexe Flugmodelle ist sie eine sehr starke Wahl.
- Für funktionsreiche Schiffe bietet sie mehr Reserven, als man oft zuerst denkt.
- Für einfache Parkflyer ist sie meist zu groß und zu teuer.
Mein Fazit ohne Marketington: Wer einen Sender als zentrales Arbeitsgerät versteht und ihn über Jahre nutzen will, bekommt mit der DS-24 II ein sehr starkes Werkzeug. Wer dagegen nur eine solide Alltagsanlage für wenige Kanäle sucht, ist mit einer kleineren Lösung vernünftiger unterwegs. Genau diese Trennlinie entscheidet am Ende, ob die DS-24 II eine kluge Investition ist oder bloß ein beeindruckendes Stück Technik bleibt.