Drohnen-Kennzeichen beantragen - So geht die Registrierung richtig

Schritt 4: Identitätsnachweis hochladen. Hier können Sie Ihr Ausweisdokument hochladen, um Ihr Drohnen Kennzeichen zu beantragen.

Geschrieben von

Ortwin Weigel

Veröffentlicht am

21. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

Bei Drohnen geht es in Deutschland nicht um ein klassisches Nummernschild wie beim Auto, sondern um die Betreiberregistrierung mit einer eindeutigen eID. Genau an diesem Punkt entstehen die meisten Missverständnisse: Was muss wirklich beantragt werden, wer ist betroffen und wie wird die Nummer später korrekt an der Drohne angebracht? Ich ordne das Thema praktisch ein und zeige dir Schritt für Schritt, wie die Kennzeichnung funktioniert, was sie kostet und welche Fehler ich in der Praxis am häufigsten sehe.

Das solltest du vor der Registrierung wissen

  • Gemeint ist in der Regel die UAS-Betreiberregistrierung mit einer eID, nicht ein separates „Nummernschild“ pro Drohne.
  • Registrierungspflicht besteht ab 250 g und auch unter 250 g, wenn ein Sensor oder eine Kamera zur Erfassung personenbezogener Daten an Bord ist und das Modell kein Spielzeug ist.
  • Die gleiche Registrierungsnummer muss auf allen eigenen Drohnen angebracht werden.
  • Aktuell solltest du mit einer Bearbeitungszeit von rund 8 Wochen rechnen.
  • Die Gebühr liegt bei 20 Euro für natürliche Personen und 50 Euro für juristische Personen.
  • Die Kennzeichnung ersetzt weder den Kompetenznachweis noch eine separate Haftpflichtprüfung.

Was mit dem Drohnenkennzeichen gemeint ist

Ich trenne das Thema gern in zwei Ebenen: Die Drohne selbst braucht nicht einfach ein „Kennzeichen“ wie ein Pkw, sondern du als Halter oder Betreiber erhältst eine eindeutige Registrierungsnummer. Diese eID identifiziert also den Betreiber, nicht das einzelne Modell. In der offenen Kategorie ist genau das der Normalfall: Nicht die Drohne wird registriert, sondern die Person oder Organisation dahinter.

Der praktische Sinn ist klar: Wenn mehrere Modelle im Einsatz sind, bleibt die Nummer gleich. Das macht die Zuordnung einfacher und vermeidet, dass jede Drohne separat durch einen neuen Verwaltungsakt laufen muss. Wer das einmal verstanden hat, sieht auch sofort, warum der nächste Schritt immer die Frage ist, ob du überhaupt registrierungspflichtig bist.

Wer sich in Deutschland registrieren muss

Die häufigste Fehlannahme lautet: „Unter 250 Gramm ist alles frei.“ So einfach ist es nicht. Das Gewicht ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Für viele Mini-Drohnen gilt die Registrierungspflicht trotzdem, sobald sie mit einer Kamera oder einem anderen Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten ausgerüstet sind und nicht als Spielzeug gelten.

Fall Registrierung nötig Praktische Einordnung
Unter 250 g, kein Sensor, keine Kamera, echtes Spielzeug Meist nein Das ist die engste Ausnahme. Nicht jedes kleine Modell fällt automatisch darunter.
Unter 250 g mit Kamera oder Sensor Ja Hier greift die Pflicht in der Regel trotz des geringen Gewichts.
250 g oder mehr Ja Das ist der klassische Fall für Freizeit- und viele semiprofessionelle Drohnen.
Firma, Verein oder andere juristische Person Ja Die Prüfung dauert oft länger, weil zusätzliche Nachweise kontrolliert werden.

Für den Alltagsgebrauch heißt das: Nicht blind auf die Waage schauen, sondern auf das Gesamtpaket aus Gewicht, Technik und rechtlicher Einordnung. Besonders bei sehr leichten Kameradrohnen lohnt sich ein genauer Blick auf die Herstellerangaben. Wenn diese Pflichtfrage geklärt ist, wird der eigentliche Antrag deutlich überschaubarer.

So läuft die Registrierung Schritt für Schritt

Der Ablauf ist im Kern geradlinig. Du beantragst keine „Plakette“, sondern die Betreiberregistrierung im Onlineportal der zuständigen deutschen Luftfahrtbehörde.

  1. Du legst ein Nutzerkonto an oder meldest dich an.
  2. Du wählst die Betreiberregistrierung und gibst deine Daten ein.
  3. Bei natürlichen Personen reichen die persönlichen Stammdaten; bei juristischen Personen werden offizielle Nachweise verlangt, etwa aus Handels- oder Vereinsunterlagen.
  4. Du schließt die Gebührenzahlung ab.
  5. Nach der Bearbeitung erhältst du die eID, die du auf deinen Drohnen anbringst.

Wichtig ist dabei die saubere Dateneingabe. Ich würde alles vor dem Absenden noch einmal prüfen, weil unnötige Rückfragen die Bearbeitung verzögern. Bei Firmen und Vereinen kommt hinzu, dass eine manuelle Prüfung erfolgt. Genau an dieser Stelle entstehen in der Praxis die meisten Verzögerungen, nicht am Formular selbst.

Was die Kennzeichnung kostet und wie lange sie dauert

Die Gebühren sind überschaubar, aber sie sind eben nicht null. Für private Halter fallen 20 Euro an, für juristische Personen 50 Euro. Der Preisunterschied spiegelt vor allem den höheren Prüfaufwand bei Unternehmen und Organisationen wider.

Betreiberart Gebühr Hinweis
Natürliche Person 20 Euro Typischer Fall für private Drohnenhalter.
Juristische Person 50 Euro Zum Beispiel Firma, Verein oder andere Organisation.

Bei der Bearbeitungszeit solltest du nicht auf Schnelligkeit setzen. Aktuell liegt sie bei rund 8 Wochen; für juristische Personen kommt die manuelle Prüfung noch hinzu. Mein Rat ist simpel: Beantrage die Registrierung nicht kurz vor dem ersten geplanten Flugtag. Wer das Thema entspannt mit Vorlauf erledigt, spart sich später Ärger und unnötige Standzeiten.

Drohne Mavic Air 2 mit Kennzeichen-Aufkleber. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Drohnen Kennzeichen beantragen.

So bringst du die eID an der Drohne an

Ist die Nummer einmal da, muss sie auf allen eigenen Drohnen erscheinen. Genau das ist der Kern der Kennzeichnungspflicht. Es handelt sich also nicht um eine Einmalnummer pro Fluggerät, sondern um die Betreiber-ID, die du konsequent auf jedem Modell führst.

Ich würde die Kennzeichnung immer so wählen, dass sie klar lesbar und dauerhaft ist. Ein sauberer Aufkleber ist in vielen Fällen die pragmatischste Lösung, solange er fest hält und nicht nach zwei Flügen wieder abgeht. Wenn die Drohne eine Remote-ID-Funktion hat, gehört die gleiche Nummer auch dorthin. So bleibt die Identifikation sowohl sichtbar als auch elektronisch sauber nachvollziehbar.

Ein häufiger Fehler ist übrigens die Verwechslung mit Seriennummern oder internen Herstelleraufdrucken. Die helfen dir für die eigene Dokumentation, ersetzen aber die Betreiberkennung nicht. Sobald diese Stelle sitzt, ist der juristische Teil der Kennzeichnung im Alltag meist erledigt.

Kennzeichen, Kompetenznachweis und Versicherung sind drei verschiedene Dinge

Viele vermischen diese drei Punkte, dabei erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben. Genau deshalb lohnt sich die Trennung.

Thema Wofür es da ist Warum es wichtig bleibt
Betreiberregistrierung / eID Identifiziert den Halter oder Betreiber Ohne sie fehlt bei registrierungspflichtigen Drohnen die Grundlage für die Kennzeichnung.
EU-Kompetenznachweis Bestätigt die fachliche Grundqualifikation des Piloten Je nach Drohne und Flugart ist er zusätzlich erforderlich.
Haftpflichtversicherung Deckt Schäden ab, die beim Fliegen entstehen können Die rechtlichen Anforderungen sind separat zu prüfen und sollten nie nebenbei behandelt werden.

Ich sehe in der Praxis oft, dass jemand die eID hat, aber den Kompetenznachweis noch nicht, oder umgekehrt. Beides hilft dir allein nicht weiter. Erst wenn Registrierung, Pilotenqualifikation und Versicherung zusammenpassen, bist du für den typischen Drohnenbetrieb sauber aufgestellt. Und genau dann stellt sich die Frage nach Sonderfällen mit mehreren Modellen oder Reisen ins Ausland.

Was bei mehreren Drohnen, Firmen und Reisen zählt

Wenn du mehrere Drohnen besitzt, ist die Lage angenehm einfach: Eine Registrierung reicht, und die gleiche eID wird auf allen deinen Modellen verwendet. Das ist einer der Gründe, warum die Betreiberregistrierung in der Praxis gut handhabbar bleibt.

  • Die eID bleibt dieselbe, auch wenn du mehrere Drohnen fliegst.
  • Bei Unternehmen und Vereinen lohnt sich saubere Dokumentation, weil Nachfragen schneller beantwortet werden können.
  • Wer im EU-Ausland fliegt, nutzt grundsätzlich die Registrierung aus dem Wohnsitz- oder Geschäftsstaat weiter.
  • Lokale Flugverbote, Geozonen und Sonderregeln gelten trotzdem weiter und müssen vor Ort geprüft werden.
  • Im Vereins- oder Modellflugrahmen kann es Sonderregelungen geben, die man nicht mit dem Standardfall verwechseln sollte.

Für mich ist das der Punkt, an dem aus Theorie wirklich Betrieb wird: Die Registrierung ist grenzüberschreitend praktisch, aber sie hebt nicht die lokalen Flugregeln auf. Wer ins Ausland fährt, sollte daher nicht nur an die Nummer denken, sondern auch an die Flugzone, die Auflagen und an die dortige Informationslage.

Was ich vor dem ersten Flug prüfen würde

Bevor ich mit einer Drohne starte, gehe ich immer dieselbe kurze Liste durch. Das spart Zeit und verhindert genau die Fehler, die später teuer oder peinlich werden können.

  • Ist die Betreiberregistrierung abgeschlossen?
  • Ist die eID auf allen relevanten Drohnen angebracht?
  • Ist der Kompetenznachweis vorhanden, falls mein Setup ihn verlangt?
  • Ist die Haftpflicht für den geplanten Betrieb geklärt?
  • Ist die Flugzone frei von Sperrungen oder Einschränkungen?
  • Habe ich die Bearbeitungszeit vorab eingeplant und nicht auf den letzten Tag gesetzt?

Wenn du diese Punkte sauber abhaken kannst, ist das Thema Drohnenkennzeichen kein Hindernis mehr, sondern nur ein kurzer Pflichtschritt vor dem Start. Genau so sollte es sein: wenig Aufwand, klare Zuordnung und danach wieder Fokus auf das Fliegen selbst.

Häufig gestellte Fragen

In Deutschland ist das "Drohnenkennzeichen" die Betreiberregistrierung mit einer eindeutigen elektronischen Identifikationsnummer (eID). Diese eID identifiziert den Drohnenbetreiber, nicht die einzelne Drohne selbst, und muss auf allen eigenen Drohnen angebracht werden.

Registrierungspflichtig sind Drohnen ab 250g Startgewicht. Auch Drohnen unter 250g müssen registriert werden, wenn sie eine Kamera oder einen Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten besitzen und kein Spielzeug sind.

Die Registrierung erfolgt online über das Portal der zuständigen Luftfahrtbehörde. Du legst ein Nutzerkonto an, gibst deine Daten ein, zahlst die Gebühr (20€ für Privatpersonen, 50€ für juristische Personen) und erhältst nach Bearbeitung deine eID.

Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell rund 8 Wochen. Die Kosten belaufen sich auf 20 Euro für natürliche Personen und 50 Euro für juristische Personen. Plane ausreichend Vorlaufzeit ein, um Verzögerungen zu vermeiden.

Nein, eine Registrierung reicht aus. Die gleiche eID, die du als Betreiber erhältst, muss auf allen Drohnen angebracht werden, die du besitzt und betreibst. Es ist eine Betreiber-ID, keine Geräte-ID.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

drohnen kennzeichen beantragen drohnen registrierung eid uas betreiberregistrierung deutschland drohnen kennzeichnungspflicht

Beitrag teilen

Ortwin Weigel

Ortwin Weigel

Mein Name ist Ortwin Weigel und ich habe über 10 Jahre Erfahrung im Bereich RC Modellbau, insbesondere in den Bereichen Flug, Auto, Schiff und Drohne. Meine Begeisterung für Modellbau begann in meiner Kindheit, als ich mein erstes Flugzeugmodell baute. Seitdem hat mich die Welt der ferngesteuerten Modelle nie mehr losgelassen. Ich liebe es, komplexe Themen zu durchdringen und sie verständlich zu erklären, sodass auch Anfänger einen leichten Einstieg finden können. In meinen Beiträgen auf modellerc.de teile ich mein Wissen über die neuesten Trends, Techniken und Tipps, um sicherzustellen, dass meine Leser stets aktuelle und nützliche Informationen erhalten. Ich lege großen Wert darauf, meine Quellen sorgfältig zu prüfen und Informationen zu vergleichen, um eine klare und präzise Darstellung zu gewährleisten. Mein Ziel ist es, meine Leser zu inspirieren und ihnen zu helfen, ihre eigenen Projekte erfolgreich umzusetzen.

Kommentar schreiben